Die Geschichte des Hundesportes in Auerbach
Viele der heut aktiven Hundesportler sind in einer Phase der Neuorientierung. Der traditionelle Hundesport, bestehend aus Fährten,-Unterordung,- und Schutzdienst-Elementen, wird bereichert...?...und eventuell auch in Frage gestellt?
Nicht nur, dass berechtigte und unberechtigte Kritiken des Tierschutzes, die traditionelle sportliche Betätigung bedrängen, es kommen auch ganz neue, Wettkampfformen, aber auch andere Hunderassen in unseren Sport, (siehe den Siegeszug der Malinois in den letzten 20 Jahren), während traditionelle Rassen (Riesenschnautzer), kaum noch zu sehen sind.
Noch ein weiteres Phänomen wird deutlich, eine neue Generation von Hundesportlern findet ihren Weg in unsere Vereine. Sie sind nicht mehr geprägt vom Hundesport der Vergangenheit. Viele von ihnen kennen die Wurzeln des Sportes kaum.
Letztlich war der traditionelle Schutzhunde-Sport in Deutschland, über fast zwei Jahrhunderte, geprägt von einer stetigen Nachfrage von Militär, Zoll, Polizei und anderen Organen. Diese Nachfrage gibt es so nicht mehr.
Wollen wir unseren schönen und interessanten Sport erhalten, sollten wir zwei Dinge tun. Zum einen wäre es sehr sinnvoll all das zu bewahren was Hundesport war, und das mit möglichst vielen Erfahrungen der noch vorhandeen Zeitzeugen. Zum anderen ist es notwendig, klug in die Zukunft zu denken.
Dazu möchten wir beitragen, und zunächst unsere Geschichte, als Hundesportverein, vorstellen.
Allgemeine Entwickung
Ende des 18.Jahrhunderts bildeten sich in Deutschland Formen organisierter Leistungszucht bei bestimmten Hunderassen heraus. Insbesondere seien hier die Deutschen Schäferhunde, Riesenschnauzer und Rottweiler zu nennen.
Im öffentlichen Interesse nahm bald der Schäferhund eine besondere Stellung ein.
Damit eine Reinzucht entstehen konnte, wurde am 22. April 1899 der Verein für Deutsche Schäferhunde ( SV) gegründet. Der erste Präsident wurde Rittmeister Max von Stephanitz. Im Jahre 1901 empfahl der SV der Polizei den Deutschen Schäferhund für die Polizeiarbeit einzusetzen. Kurz darauf wurde das Tier für hoheitliche Befugnisse der Polizeiarbeit eingesetzt und vorwiegend ausgebildet im Ausbildungszentrum in Grünheide. Schnell entstand internationales Interesse am Deutschen Schäferhund und so wurde er exportiert.
Eine tragische Rolle hatten Hunde in den beiden Weltkriegen zu spielen. So mußten allein im ersten Weltkrieg über 7000 Hunde ihr Leben lassen.
Zwischen den beiden Kriegen entwickelten sich die ersten Hundesportvereine. Insbesondere von den Hundeführern der Polizei und den aus dem Krieg heimkehrenden Soldaten gingen dazu vielfältige Erfahrungen aus.
Gegensätztliche Entwicklungen im Hundesport in Ost und West
Nach dem 2. Weltkrieg war Deutschland
zweigeteilt. Am 7.Okt. 1949 wurde die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet. Ab dieser Zeit wurde die Zucht und Ausbildung von Gebrauchshunden in der DDR von Spezialzuchtgemeinschaften
(SZG) organisiert und geleitet. Damals unterstand die SZG noch dem VdgB (Verband der gegenseitigen Bauernhilfe). Die SZG arbeitete selbsttätig und führte Zuchtbuch.
1952 wurde die SZG dem Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) unterstellt und später dann 1959 der Gesellschaft für Sport und Technik (GST)
zugeordnet. In der GST wurden alle Rassen zusammengefasst. Von diesem Zeitpunkt an hatte die SZG keinerlei eigene Befugnisse mehr.
Am 30.Sept. 1969 wurde die Sektion Dienst- und Gebrauchshundewesen (SDG) eingerichtet. Ab sofort unterstanden alle Gebrauchshunderassen der SDG. Ein besonderes Augenmerk legte die SDG auf den
Deutschen Schäferhund. Ihr Ziel bestand darin, gut ausgebildete, charakteristische Hunde zu züchten um die Polizei und andere Organe der DDR sowie ihrer Bruderländer damit auszurüsten. Die SDG
bestand bis zur Wende 1989.
Den Diensthundeführern der DDR standen noch robuste und einsatzfähige Hunde, verschiedenster Rassen, zur Verfügung. Es gab sie noch, die dienstfähigen Riesenschnauzer, die gesunden Dobermänner und
Rottweiler. Sogar Boxer und Collies waren noch im Stande Dienst zu tun. Die größte Gruppe bildeten aber die Deutschen Schäferhunde. Auf Grund der Trennung Deutschlands von 1949-1990 entwickelten sich
auch zwei Populationen von Deutschen Schäferhunden. Im Osten wurden hauptsächlich Dienst -und Gebrauchshunde gezüchtet - erkennbar durch ihre natürliche Schärfe, verschiedenen Farbschlägen (sehr gut
pigmentiert bis dunkelgrau und schwarz), ein sehr kompakter Körperbau mit kräftigen und markanten Köpfen.
Im Westen dagegen wurde der multifunktionelle bzw. familientaugliche Hund mit Aussehen wie Kommissar Rex bevorzugt.
Hier findest du eine ausführliche Beschreibung des Hundesportes in der DDR
