Apport


 

 

                                            Aufbau Apport

Für den Anfang reicht ein etwas längeres Stück Rundholz, bsp. ein abgesägtes Stück Besenstiel. Hat mehrere Vorteile:
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kann man als HF besser halten als ein Apportel mit verdickten Enden
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Hund kommt nicht dazu, in die dicken Enden zu beissen
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es ist leicht -> beim Fallen werden nicht die Pfoten oder sonstige Körperteile von Hund und Mensch, die sich ggf. im “Gefahrenbereich“ befinden, erschlagen

 Die 4-Schritt-Methode


Schritt 1: Aufnehmen des “Apportels“ aus der Hand

Ziel: der Hund soll das Apportel freudig und ohne zu zögern aus der Hand des HF aufnehmen.

Ausgangssituation: HF sitzt entspannt und locker auf dem Boden. Das Rundholz wird mit einer Hand etwas seitlich weg vom Körper gehalten. Leckerlies (idealerweise, denn Spielzeug ist in der Lernsituation zu aufputschend) werden auf der anderen Seite des HF bereitgehalten. Der Grund dafür ist, dass der Hund sich für den Erhalt der Bestätigung/Leckerlies vom Rundholz abwenden muss.
Hund steht, sitzt, liegt in der Nähe des HF, idealerweise steht der Hund, da er sich ja zwischen Rundholz und Leckerlies hin und her bewegen soll.
Immer darauf achten, beidseitig zu trainieren, also nicht immer nur Apportel in der linken Hand, sondern immer mal wieder abwechseln.

1.1jeder Blick des Hundes in Richtung Rundholz -> C&B
sobald der Hund begriffen hat, dass es sich in irgendeiner Form um dieses Rundholz handelt (geht deutlich hin, stubst mit Nase oder Pfote an, ...... ), geht es weiter zu

1.2Anstubsen mit der Nase -> C&B
Jedes Anstubsen mit der Nase wird mit C&B bestätigt, auf andere Aktionen in Richtung Rundholz, bsp mit Pfote draufschlagen, wird mit einem NEUTRALEN „das war’s nicht“-Signal und dem sofortigen Wegnehmen des Holzes aus dem direkten Bereich des Hundes „beantwortet“.

Sobald Hund begriffen hat, dass nur das Anstubsen mit der Nase Erfolg in Form von Leckerlies bringt, wird die Anforderung wieder etwas hochgesetzt. Als Faustregel kann man in dem Lernabschnitt davon ausgehen, dass Hund begriffen hat, was er tun soll, wenn man pro 2-3 min auf etwa 15-25 Clicks kommt.

1.3Zähne ans Holz -> C&B
Nachdem Hund begriffen hat, dass Anstubsen das Gewünschte ist, wird jetzt nur noch bestätigt, wenn der Hund mit den Zähnen ans Holz geht.
Achtung: der Hund wird dabei kurzzeitig „gefrustet“ werden, weil die bisher sicher geglaubte Bestätigung wegfällt. Ein „echter“ Clickerhund stört sich da nicht weiter dran, der wird ausprobieren, andere Verhaltensweisen anbieten. Wichtig ist in dem Abschnitt (in allen anderen Abschnitten auch, aber in dem besonders), dass der HF wirklich volle Konzentration auf den Hund hat um den ersten Zahnkontakt nicht zu verpassen. Ebenfalls ist wichtig, dass man sich als Mensch nicht dazu verleiten lässt, wieder zu 1.2 zurückzugehen, wenn es nicht gleich klappt, sondern etwas abwartet. Wie geschrieben, ein echter Clickerhund muss den Frust durch die „Nicht-Bestätigung“ einfach abkönnen und darauf mit verändertem Verhalten reagieren, bzw. agieren. Das gilt übrigens für alle weiteren Schritte genauso.

1.4Zähne um das Holz legen, sprich Holz in den Fang nehmen -> C&B
Sobald Hund 1.3 sicher zeigt (siehe Faustregel) wird die Anforderung weiter gesteigert, also C&B nur noch dafür, dass Hund die Zähne beim Berühren öffnet, und mit zunehmendem Training das Rundholz komplett in den Fang nimmt.

1.5das Holz mit den Zähnen fest umfassen -> C&B
Letzter Teil des ersten Schrittes ist, dass der Hund lernen soll, wirklich mit den Zähnen auf das Holz zu beissen, es fest zu packen -> ggf. kann man dabei je nach Hund auch mal einen leichten Zug auf das Holz geben und sofort bestätigen, wenn der Hund fester zupackt.


Je nach Veranlagung des Hundes können hier ein Schritt, mehrere oder gar alle Schritte übersprungen werden. Ein Hund, der das Rundholz beim ersten Hinhalten sofort fest mit den Zähnen packt, braucht logischerweise die ersten Schritte nicht erlernen. Hier würde ich bei Schritt 1.5 anfangen, sprich Bestätigen des festen Zupackens.

Achtung: Wenn der Hund das Rundholz nach dem Click sofort loslässt, ausspuckt, ....., dann ist das völlig korrekt.

 

 

Schritt 2: Halten des Apportels (immer noch das bisherige Rundholz, aber ich neige dazu, Apportel zu schreiben und mich jedes Mal zu korrigieren wird auf Dauer mühselig)

Ziel: Der Hund lernt, das Apportel sicher festzuhalten ohne zu knautschen

Ausgangssituation: siehe Schritt 1

2.1 festes Aufnehmen des Apportels -> C&B
im Prinzip Schritt 1.5 -> Hund wird für das feste Zupacken bestätigt, auch hier gilt -> loslassen, ausspucken, .... nach dem Click ist völlig ok

2.2 Zeitfenster öffnen
bisher wurde der Hund sofort nach dem Aufnehmen des Apportels bestätigt, ab jetzt beginnen wir, LANGSAM das Zeitfenster für das Halten des Apportels zu öffnen.
Hund nimmt das Apportel auf und anstatt sofort mit C&B zu bestätigen, warten wir eine Sekunde, Hand weiterhin am Apportel -> behält der Hund das Apportel im Fang -> C&B, ansonsten wieder das „das war’s nicht“-Signal (Betonung au NEUTRAL, ein „NEIN“ ist nicht neutral, schon gar nicht, wenn es ärgerlich ausgesprochen wird).
Auch hier gilt wieder die Faustregel von den 15-25 Clicks in 2-3 min.

Zeigt ein Hund auch nach mehreren Trainingseinheiten kein Anzeichen dafür, dass er das Apportel diese eine Sekunde hält, kann man ggf. mit etwas Zug auf das Apportel ein Festhalten erwirken. Würde ich aber wirklich nur dann machen, wenn der Hund auch nach 4-5 Trainingseinheiten kein Anzeichen von Festhalten zeigt, denn letztendlich muss man diesen Zug auch wieder abbauen.

Hält der Hund das Apportel diese eine Sekunde fest, kann man das Zeitfenster LANGSAM weiter öffnen. Dabei ist zu beachten, dass man zum einen langsam vorgeht, zum anderen immer wieder auch kürzere Zeiten bestätigt – also bereits eine Variante der variablen Bestätigung. Beispiel:
1sec – 1 sec – 2 sec – 1sec – 2 sec – 1sec – 1 sec – 1 sec – 3 sec – 2 sec – 3 sec – 1 sec

Hält der Hund das Apportel 1-3 sec sicher fest, kann man die Hand wegnehmen -> Achtung, auch das Loslassen muss ggf. geübt werden, abhängig vom Hund. Zeigt der Hund damit Probleme, dann lässt man das Apportel einfach los, behält aber die Hand direkt daneben. Und nimmt sie erst im Laufe der folgenden Trainingseinheiten langsam immer weiter weg.

Das Ganze übt man über mehrere Trainingseinheiten hinweg, bis der Hund in der Lage ist, das Apportel 15-20 sec zu halten.
Auch hier ist es noch völlig egal, dass der Hund nach dem Click das Apportel ausspuckt.
Neigt der Hund dazu, unruhig zu werden, zu knautschen, Anzeichen von Stress zu zeigen, -> neutrales „das war’s nicht“-Signal und wieder auf kürzere Zeiten zurückgehen.

ACHTUNG: beim Öffnen des Zeitfensters liegt die grösste Gefahr im Training. Viele HF sind hierbei zu inkonsequent oder zeigen ein falsches Timing beim Clickern. Und nur zu häufig treffen beide Fehler zusammen. Hund hat das Apportel kurz gehalten, HF will die Zeit etwas rauszögern, Hund fängt an, den Kopf zu bewegen, evtl. drauf rumzukauen als würde er es gleich auspucken wollen – und HF wird dazu verleitet, noch ganz schnell zu clickern, damit er Hund noch für das Halten bestätigen kann. GANZ KLAR UND DEUTLICH GESAGT – das geht schief. Denn das führt dann dazu, dass der Hund entweder anfängt, auf dem Apportel rumzuspielen oder gar nicht mehr zu halten, sondern sofort auszuspucken.
Hier ist wirklich die Konsequenz des HF gefragt – auf GAR KEINEN FALL in so einer Situation noch den Hund bestätigen, weil er ja vorher 3 sec so toll gehalten hat. Er hält das Apportel in dem Moment nicht mehr toll, also entspricht das NICHT der gestellten Anforderung und damit gibt es dafür KEINE Bestätigung.

Besser, man zeigt dem Hund wieder durch das „das war’s nicht“-Signal, dass das keine Belohnung gibt und bestätigt anschliessend einige Male ein sehr kurzes Zeitintervall, in dem Hund das Apportel aber richtig hält.

2.3 Halten trotz Handbewegungen -> C&B
Nachdem der Hund nun das Apportel längere Zeit halten kann, gut 15-20 sek, evtl. länger, sollte er lernen, dass auch Handbewegungen weg vom oder hin zum Apportel kein Grund sind, dieses frühzeitig loszulassen.
Hund nimmt das Apportel aus der Hand, die Hand bewegt sich leicht seitlich hin und her, C&B für’s Festhalten. Im Laufe des Trainings sollte HF die Hand ganz wegnehmen und wieder ans Apportel legen können, ohne dass Hund loslässt.

2.4 Signal „Aus“ einführen
idealerweise setzt man das Signal „Aus“ direkt vor den Click, denn Hund ist es sowieso gewöhnt, nach dem Click das Apportel einfach auszuspucken. 1-2 Trainingseinheiten zieht man das so durch. Dann kommt das Signal „Aus“ und man wartet mit C&B bis Hund das Apportel von sich aus ausgibt.

Dabei sollte man das Signal auch wieder unterschiedlich geben, also mal mit Hand am Apportel, mal ausspucken lassen.

2.5 andere Positionen des HF
bisher haben wir alles sitzend auf dem Boden trainiert, jetzt ändern wir langsam unsere Position – knieen, auf Stuhl sitzen, ggf. stehen

2.6 Richtiges Apportel
wir wechseln nun vom bisherigen „Besenstiel-Apportel“ auf das zukünftige richtige Apportel – Achtung, ich würde dabei nicht gleich mit dem schwerstmöglichen Apportel anfangen. Und bitte darauf achten, dass der Steg für den Hund breit genug ist, damit die Lefzen nicht eingeklemmt werden, aber nicht so breit, dass das Apportel auf jeder Seite um 4 cm übersteht.
Ggf. die Schritte 1.1 – 2.5 im Schnelldurchlauf wiederholen. V.a. ist wichtig, dass der Hund beim Aufnehmen lernt, NUR und ausschliesslich das Apportel am Steg aufzunehmen.

 

3. Endposition einnehmen

Ziel: Hund ist in der Lage, aus einer kurzen Entfernung heraus mit Apportel im Fang die Endposition einzunehmen

Ausgangssituation: HF steht, ansonsten siehe Schritt 1 und 2
Zunächst sollte man sich auch im Klaren darüber sein, was die Endposition nun sein soll. Bei einem Hund, der VPG machen soll, muss es auf jeden Fall der Vorsitz sein.

3.1 in Endposition halten
Hund wird in die Endposition gebracht und erhält dort das Apportel aus der Hand des HF -> C&B
Das über 2-3 Trainingseinheiten wiederholen -> diese Endposition muss für den Hund DAS erstrebenswerte Ziel sein. Entsprechend sollte die Bestätigung gewählt werden.
Auch hier gilt wieder, den Zeitraum des Haltens von 1-2 sec auf gut 15-20 sec zu steigern. Sollte aber kein grösseres Problem sein, wenn man in Schritt 2 gründlich trainiert hat.

3.2 Kommen in die Endposition
Hund wird mit Apportel abgesetzt, HF entfernt sich etwa 1 m (auch etwas abhängig von der Grösse des Hundes, Hund sollte sich wirklich 1-2 Schritte bewegen müssen), stellt sich frontal zu Hund und ruft diesen in die Endposition.
ACHTUNG – selbstredend sollte Hund bereits vorher in der Lage sein, die Endposition (GS oder Vorsitz) ohne Apportel sicher und schnell einzunehmen.
Wie schon bei Punkt 3.1 geschrieben – die Endposition sollte DAS erstrebenswerte Ziel für den Hund sein. Entsprechend auch die Bestätigung.

Zu Anfang wird das sofortige Einnehmen der Endposition bestätigt, auch ohne das Warten auf das „Aus“ – wenn Hund nach dem Click das Apportel ausspuckt – ok, wenn nicht, auch ok. Dann sollte Hund über „Aus“ das Apportel abgeben.

Nachdem Hund auf Signal mit Apportel sicher und korrekt in die gewünschte Endposition kommt, wird das Halten des Apportels in der Endposition bis zum Signal „Aus“ geübt.


3.4 Einführen des Signals „Bring“; „Apport“, was auch immer
Sobald der Hund das Apportel sicher in die Endposition bringt, wird das für das Apportieren gewünschte Signal eingeführt. Die Reihenfolge ist zu Anfang
„Bring“ > rufen in die Endposition > Hund führt Verhalten aus > Bestätigung
Das über 2-3 Trainingseinheiten (je nach Hund auch länger). Danach dann soll Hund allein auf das Signal „Bring“ hin mit Apportel in die Endposition kommen.


3.3 Aufnehmen des Apportels vom Boden
bisher hat Hund das Apportel immer aus der Hand des HF erhalten. Nun soll er lernen, das Apportel vom Boden aufzunehmen.
Ich selbst ziehe es vor, mich dabei wieder auf den Boden zu setzen (kein Bücken = Drohhaltung), dem Hund das Apportel zunächst wieder aus der Hand zu geben, dabei die Hand immer weiter Richtung Boden wandern lassen, so dass Hund sich zum Aufnehmen des Apportels immer weiter „runterbeugen“ muss. Idealerweise steht Hund dabei. Sobald das Apportel auf dem Boden liegt und Hund problemlos aufnimmt, kommt die Hand langsam weg und ich richte mich dabei wieder langsam über Knieen und Hocke wieder auf.



3.5 Apportel bringen Nachdem Hund das Apportel vom sicher Boden aufnimmt, wird Hund „abgestellt“, Apportel etwa 1m vor ihm abgelegt, HF stellt sich wieder in 1-2 m Abstand zum Apportel in Front zum Hund -> auf „Bring“ nimmt der Hund das Apportel auf und kommt in die Endposition.

Die Entfernung HF – Apportel wird immer weiter ausgedehnt, sobald Hund zeigt, dass er auf die jeweils aktuelle Entfernung sicher und korrekt in die Endposition kommt.

3.6 Schicken des Hundes zum Apportel
Hund wird aus der GS heraus auf 2-3 m Entfernung mit „Bring“ zum Apportel geschickt und bringt es (hoffentlich) in die korrekte Endposition.

Entfernung weiter ausbauen und Geschwindigkeit durch gezielte verstärkte Bestätigung immer schnellerer Ausführungen bestätigen.



Schritt 4: Varianten

Apport über die Hürde und Schrägwand